Trailrunning Nordhessen: Eigentlich über den Wildsberg

Das Wörtchen "eigentlich" verkneift man sich beim Schreiben besser. Dieser Blogbeitrag handelt aber nunmal von einer Mountainbiketour, die ich eigenlich laufen wollte. Sie hat eigentlich einen anderen Startpunkt und endet eigentlich woanders. Außerdem waren da eigentlich mal Pfade, wo neuerdings keine mehr sind.


Nordhessens fünfte Jahreszeit: Dreck! Und ich liebe diese Wochen zwischen Herbst und Winter, wenn dir im Wald die Bäume ins Genick spucken und du unter einem Bleihimmel über Waldboden rennst, der sich wie das Wattenmeer bei Ebbe anfühlt. Kärchert das den Kopf nicht so recht frei: die Füße nass und die Waden eine einzige Schlammkruste? Wenn man zwischen schwitzen und frieren über Pfützen springt? Wer Wildness sucht, der komme zur Dreckzeit nach Nordhessen. Die Vegetation gibt die Pfade frei, auf gehts zum Trailrunnig!

Diesmal sollte es der Wildsberg sein, der Höhenzug zwischen Pfieffetal und Fuldatal. Mein Knie spinnt, also steige ich aufs Mountainbike. Gelaufen bin ich die Tour schon öfter. Kenner starten in Spangenberg-Bergheim an der Eubachquelle, ich steige von Spangenberg-Mörshausen auf. Direkt gegenüber des Spielplatzes folge ich dem Wegweiser "Grillhütte", vorbei am letzten Lokus vorm Trail, bis zu einem nassen Tunnel unter der ehemaligen Kanonenbahn. Danach direkt links, beginnt eigentlich der Trail und quält dich mit rechtsdrall eine Schlucht hinauf. Aber das war´s dann mal: Hier haben sich diverse Stürme mit dem Wald beschäftigt und Eichen bis auf den Bahndamm geworfen. Die Bäume sind so alt, dass an ihnen noch der Ruß der Dampflokzeit kleben könnte, ihre Kronen herbe Barrieren. Mit dem Rad komme ich unmöglich hier durch. Kehrtwende, der Weg schlängelt sich in Serpentinen übers Dorf und steigt später sehr steil durch Buchenwälder an. Irgendwann bin ich tatsächlich da, auf dem Höhenkamm des Wildsbergs. Wer den Beitrag über den Schusterpfad nach Kassel gelesen hat: Vergesst den! Das war zur Erholung.

Wers von Spangenberg-Mörshausen bis auf den Wildsbergkamm geschafft hat und nun durchatmen will, der irrt. Der Kammweg ist schlimmer als er aussieht, besonders wenn man in Bergheim gestartet ist. Der Boden saugt dir die Füße an und unter mancher Laubdecke schlummert eine tiefe Pfütze. Dazu Steigungen wie Raketenstartrampen, Äste, Wildscheinsuhlen, umliegende Bäume. Klasse! Gute topografische Karten sind von Vorteil; Markierungen Fehlanzeige.

Nach dieser ersten Spaßstrecke biege ich unter der Rechenbuche auf den Forstweg ab. Links der Blick ins gelbbraune Knüllgebirge, vor mir die Blaue Pfütze: die Kreuzung nach Heina, Adelshausen und.... Ja und? Eigentlich beginnt hier das zweite und schönste Trailstück über den Wildsberg. Aber bei dem Anblick denke ich eher an Michael Endes "Unendliche Geschichte", denn hier ist nichts. Kein Weg, kein Pfad, keine Forststraße, kein Strauch, kein Baum, kein Farn und kein Gras. Die Forstfahrzeuge haben nichts übrig gelassen. Jedenfalls nichts, auf dem ich weiter laufen oder fahren könnte. Und so sitze ich auf und rolle runter nach Adelshausen. Hier oben ist von einem der schönsten Trails Nordhessens eigentlich nur Dreck übrig geblieben.

 

Viel Spaß in der dreckigen Jahreszeit wünscht

 

Olaf

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Verschuldet ein ausländischer Fahrer einen Unfall, sollte man sofort dessen Versicherung anrufen. In der Regel hat jeder Fahrzeugführer eine Karte seiner Versicherung dabei. Gerade bei Auslandsschäden ist die sofortige Meldung des Schadens wichtig, auch, weil der Unfallverursacher als Übersetzer zur Verfügung steht. Sinnvoll: Einen europäischen Unfallbericht ausfüllen (gibt´s im Internet - also bitte im Auto deponieren) und den Führerschein und/oder Personalausweis des Unfallgegners fotografieren (um Schreibfehler bei Namen und Adresse zu vermeiden).

 

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Die zweite Möglichkeit: Sie wenden sich ans Deutsche Büro Grüne Karte e.V. in Berlin. Das Büro wird Ihnen einen Anprechpartner nennen, in der Regel einen Schadensregulierer, der die Abwicklung Ihres Schadens mit dem jeweiligen ausländischen Versicherer übernimmt.

 

 

 

Gute Fahrt wünscht

 

 

 

Olaf

 

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