Staatlich verordneter Preisanstieg - welche Versicherungen 2017 teurer werden

Foto by_Jorma Bork_pixelio.de
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Die Versicherungswirtschaft muss nach Vorgaben des Gesetzgebers ihren Rechnungszins auf 0,9 Prozent senken. Dies wird bei Neuabschlüssen in 2017 teurer für die Kunden. Wo lohnt es sich, noch 2016 zu handeln? Die wichtigsten Versicherungen im Überblick:

 

Berufsunfähigkeitsversicherung: Nach der Privathaftpflichtversicherung der wichtigste Schutz! Die Prämien dürften um mindestens 5 Prozent steigen. Daneben verschlechtern einige Versicherer ihre Bedingungen, bei Nachversicherungsgarantien wird in Zukunft ggf. die Berufsgruppe geprüft. Wer sich heute als Schüler gegen Berufsunfähigkeit versichert, behält diese besonders günstige Berufsgruppe (bei guten Anbietern) auch dann, wenn er oder sie später Schreiner oder Altenpfleger/in wird - und somit kaum mehr bezahlbaren Versicherungsschutz bekäme. In Zukunft prüfen manche Versicherer bei Aufstockung von Altverträgen den tatsächlichen Beruf (Verträge ab 2017). Zudem verschlechtern sich zum Jahreswechsel bei manchen Anbietern die Berufsgruppen, heute gut kalkuierte Berufsgruppen werden dann teurer.

 

Risikolebensversicherung: Die Rechungszinssenkung führt auch hier zu neuen Kalkulationstabellen der Versicherer. Man rechnet ebenfalls mit ca. 5 Prozent Preisanstieg für Neuverträge ab 2017!

 

Private Krankenversicherung: Die Niedringzinsphase macht den Krankenversicherern zu schaffen. Zudem drücken Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und die Regulierungswut der letzten Jahre die Zahl der Neukunden. Private Krankenvollversicherungen erhöhen bei bestehenden Verträgen Beiträge ab 2017 oft um 30 Prozent und mehr.

 

Private Pflegezusatzversicherungen: Wer für den Pflegefall vorsorgt, hat mehrere Möglichkeiten. Im Wesentlichen haben sich die Pflegerentenversicherung und die Pflegetagegeldversicherung durchgesetzt. Erstere ist auf Grundlage der Lebensversicherung kalkuliert und muss deshalb bei Zinssenkung teurer werden (oder die Leistungen reduzieren). Letztere wird wie eine Krankenversicherung kalkuliert, auch hier schlägt der Niedringzins sich in höheren Beiträgen für Neuverträge nieder.

 

Lebensversicherung/Rentenversicherung: Die meisten dieser Verträge werden aktuell, und wohl auch ab 2017, als Fondspolicen abgeschlossen. Da spielt der Rechnungszins von 0,9 Prozent doch keine  Rolle, oder?  Je nach Anbieter, landet das angesparte Kapital jedoch zu Rentenbeginn im sogenannten Deckungsstock des Versicherers, also auf dem Konto des Versicherungsunternehmens. Und dort wird es dann mit dem Zinssatz verzinst, der bei Vertragsbeginn galt! Für Verträge ab 2017 also mit 0,9 Prozent.

 

Fazit: Es kommt in Zukunft mehr denn je darauf an, das Richtige zu tun. Nichtstun ist keine Option. Wer einen Marathon laufen will, muss trainieren; egal obs schneit oder regnet. Jeder Läufer weiß:  Am Ende waren es genau diese Trainingseinheiten, die den Erfolg ausgemacht haben. Gute Absicherung wird auch in Zukunft machbar sein, man muss nur genauer hinschauen und logischer entscheiden. Die Zeit der blumigen Produktnamen und der großmäuligen Versprechungen ist endlich vorbei. Hoffen wir, die Versicherer begreifen das auch langsam!

 

Sportliche Grüße

 

Olaf

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Leon (Montag, 23 Januar 2017 05:43)

    Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich ohnehin um eine sehr teure Versicherung. über den deutlichen Preisanstieg bin ich jedoch nicht verwundert.

 

Verschuldet ein ausländischer Fahrer einen Unfall, sollte man sofort dessen Versicherung anrufen. In der Regel hat jeder Fahrzeugführer eine Karte seiner Versicherung dabei. Gerade bei Auslandsschäden ist die sofortige Meldung des Schadens wichtig, auch, weil der Unfallverursacher als Übersetzer zur Verfügung steht. Sinnvoll: Einen europäischen Unfallbericht ausfüllen (gibt´s im Internet - also bitte im Auto deponieren) und den Führerschein und/oder Personalausweis des Unfallgegners fotografieren (um Schreibfehler bei Namen und Adresse zu vermeiden).

 

Zwei Varianten, die Schadensabwicklung zu beschleunigen: Reden Sie mit Ihrer eigenen Vollkaskoversicherung. Im Normalfall übernehmen diese den Schaden an Ihrem Fahrzeug und rechnen die Schadenssumme mit dem ausländischen Versicherer ab. Achtung: Einen eventuellen Selbstbehalt müssen Sie natürlich vorschießen und durch den Schaden werden Sie im Folgejahr in Ihrer KFZ-Versicherung hochgestuft! Nach Erstattung der Schadensumme durch den ausländischen Versicherer erhalten Sie Ihren ursprünglichen Rabatt wieder zurück.

 

Die zweite Möglichkeit: Sie wenden sich ans Deutsche Büro Grüne Karte e.V. in Berlin. Das Büro wird Ihnen einen Anprechpartner nennen, in der Regel einen Schadensregulierer, der die Abwicklung Ihres Schadens mit dem jeweiligen ausländischen Versicherer übernimmt.

 

 

 

Gute Fahrt wünscht

 

 

 

Olaf

 

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