Vom Läufer zum Nordic-Walker -- ein Selbstversuch

Rennen strapaziert meine Patellasehe. Fehlt mir Bewegung, strapaziert das die Nerven meiner Frau. Ein Ausgleich muss her. Schwimmen? Chlordunst ist kein Ersatz für Frischluft. Radfahren? Bei dem Wetter so sexy wie der Aufguss in einer kalten Sauna. Also bleibt Nordic-Walking. Stöcke sind vorhanden, graugelb mit einigen Kratzern. Also Erklärvideo angeschaut und ab auf die Piste. Ein Tatsachenbericht...



Kilometer 1: Stoppuhr starten und los. Fühlt sich gar nicht so übel an. Immer schön die Arme einsetzen. Hüftrotation, Schultern... Das ist mal klar, dass ich mindestens 10 Kilometer abreißen werde. Nur aufpassen, welche Wege ich nehme. Ich hab keine Lust dem Lauftreff in die Arme zu stakseln. Lauftreff, ach das wäre mal was! Laufen, und dann Nordic-Walker überholen. Natürlich grüßt man sich unter Sportlern, aber jene Spezies freilich nur aus dem Mundwinkel, wie ein dünnes Pfeiffen muss es klingen, dieses "Guten Morgen". Denn als Läufer ist man eben viel zu schnell, da raucht der Sauerstoff verbrannt durch alle Poren. Und das muss man diesen Stockenten ja auch deutlich zeigen, oder?

 

Kilometer 2: Mist, jetzt hab ich durch die Träumerei ganz die Technik vergessen und trullere so herum. Schaue auf die Uhr: Schnitt von 9 Minuten. Bisschen Konzentration bitte! Schultern vor, langer Schritt. Fühle mich wie ein Mitglied der Augburger Puppenkiste, ferngesteuert durch Stäbe an den Händen. Sicher muss ich mich gleich am Kopf kratzen oder so, obwohls gar nicht juckt.

 

Kilometer 3: Was issn das? Es gibt Muskeln an Stellen meines Körpers, die kenne ich gar nicht. Das heißt, es gibt wohl keine, sonst täte es nicht so weh. Und ich brauch ne neue Uhr, das Mistding rechnet falsch. Die Entfernung stimmt, kenne ja die Strecke. Aber warum um Himmels Willen, sind schon fast 25 Minuten rum? Beschließe eine Abkürzung zu nehmen.

 

Kilometer 4: Ich muss mal für kleine Nordic-Walker. Gut, kenn ich vom Laufen: Blinker raus, anhalten, Druck abbauen und weiter. Aber jetzt? Ich komme nicht so recht dahin, wohin ich will. Ständig hängen die Stöcke davor. Und dann diese blöde Bindung um die Hände. Gut, runter mit dem Zeug, Stöcke gegen den Baum lehnen. Warum fallen die um? Natürlich in den größten Matsch! Jetzt sehen die aus wie Sau, wie mach ich das meiner Frau klar? Denn es sind ihre!

...Kanns jetzt weiter gehen? Verdammt, hab vergessen die Uhr zu stoppen!

 

Kilometer 5: Technik? Am A.....! Bin eben freundlich gegrüßt worden von zwei Damen einer höheren Altersklasse. Sind joggend an mir vorbeigeflattert und hatten sogar noch die Puste mir zuzurufen, ich solle die Arme länger durchziehen. Na Danke! Beschließe, noch eine Abkürzung zu nehmen.

 

Kilometer 6: Der Lauftreff! Mensch, die hatte ich ja völlig vergessen! Durch die vielen Abkürzungen krauche nun auf deren Laufpiste herum. Ich reiße mir die Stöcke von den Händen und feuere sie ins Gebüsch, häufe etwas Laub darüber. Was jetzt? Pilze suchen! Langsam schlendere ich zwischen den Bäumen umher, den Blick schön gesenkt. Es hat zwei Wochen lang täglich geregnet, gestern fiel der erste Schnee. Was gäbe ich in diesem Moment für einen Pilz, einen großen, deutlich sichtbaren Pilz! Mir wird wohl ein Pilz an den Füßen wachsen, denn die sind inzwischen tropfnass. Da hinten joggen sie vorbei, kann es aus den Augenwinkeln sehen. Einer bleibt stehen und schaut ins Gebüsch, bückt sich und schaufelt im Laub herum...

 

Kilometer 6,8: Bin wieder Zuhause. Freue mich auf den Abend mit meiner Frau. Muss nur schnell noch ein Paar Nordic-Walking-Stöcke im Internet bestellen. Am liebsten gebraucht. Graugelb mit einigen Kratzern.

 

Olaf

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Walkerin (Dienstag, 07 Februar 2017 16:46)

    Das Walken/Nordic Walken sollte nicht unterschätzt werden.
    Es "geht" zwar langsamer als das Laufen, aber anstrengend ist es mindestens genauso.

    Vorteil: es ist gesünder für die Gelenke

    Nachteil:
    vor allem bei Wettkämpfen wird leider oft geschummelt und deswegen selten Pokale verliehen :-(

 

Verschuldet ein ausländischer Fahrer einen Unfall, sollte man sofort dessen Versicherung anrufen. In der Regel hat jeder Fahrzeugführer eine Karte seiner Versicherung dabei. Gerade bei Auslandsschäden ist die sofortige Meldung des Schadens wichtig, auch, weil der Unfallverursacher als Übersetzer zur Verfügung steht. Sinnvoll: Einen europäischen Unfallbericht ausfüllen (gibt´s im Internet - also bitte im Auto deponieren) und den Führerschein und/oder Personalausweis des Unfallgegners fotografieren (um Schreibfehler bei Namen und Adresse zu vermeiden).

 

Zwei Varianten, die Schadensabwicklung zu beschleunigen: Reden Sie mit Ihrer eigenen Vollkaskoversicherung. Im Normalfall übernehmen diese den Schaden an Ihrem Fahrzeug und rechnen die Schadenssumme mit dem ausländischen Versicherer ab. Achtung: Einen eventuellen Selbstbehalt müssen Sie natürlich vorschießen und durch den Schaden werden Sie im Folgejahr in Ihrer KFZ-Versicherung hochgestuft! Nach Erstattung der Schadensumme durch den ausländischen Versicherer erhalten Sie Ihren ursprünglichen Rabatt wieder zurück.

 

Die zweite Möglichkeit: Sie wenden sich ans Deutsche Büro Grüne Karte e.V. in Berlin. Das Büro wird Ihnen einen Anprechpartner nennen, in der Regel einen Schadensregulierer, der die Abwicklung Ihres Schadens mit dem jeweiligen ausländischen Versicherer übernimmt.

 

 

 

Gute Fahrt wünscht

 

 

 

Olaf

 

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